Mittwoch, 21. Juni 2017

Umbau zur Adventure Twin (Rally) - Teil 5 - Sitzbank und Design

Nun war es endlich soweit: Alle Teile waren grundiert, gefüllert und geschliffen und damit für die Lackierung vorbereitet. Nur die Sitzbank war noch immer nicht angekommen. Da ich den Farbton des roten Leders nicht genau kannte, wollte ich unbedingt darauf warten, um den roten Lack passend zum Leder der Sitzbank auszuwählen. Aber das sollte sich noch als weit komplizierter herausstellen als zuvor angenommen.

Nach dem Anpassen des Gfk-Rohlings für die Rally-Sitzbank vor Ort bei African Queens Anfang März sollte es ca. eine Woche dauern, bis der Sattler die Sitzbank fertig bezogen hat. Da ich nach 3 Wochen die Sitzbank noch nicht erhalten hatte, fragte ich nach und bekam die Info, dass es noch weitere 3 Wochen dauern wird. Lange Rede kurzer Sinn: nach einigen Telefonaten und langem Warten (insgesamt ca. 10 Wochen) habe ich dann Mitte Mai die Sitzbank bekommen. Allerdings nicht so wie gewünscht, sondern mit vertauschten Farben. Statt roten Flanken und schwarzer Sitzfläche, hatte sie schwarze Flanken und rote Sitzfläche. Nach langem hin und her, vielen Telefonaten und Diskussionen wollte ich nicht mehr länger warten, schon gar nicht mehrere Wochen, bis der Sattler endlich wieder Zeit hatte, und behielt die Sitzbank so, wie sie war. Da dies aber nicht zu meinem Design passte, musste ich wieder zurück zu Stift und Computer und das Design nochmals überarbeiten. Jetzt hatte ich zumindest den Vorteil, bereits Fotos meiner Twin mit den neuen Teilen zu haben und nicht auf einer Computergrafik zeichnen zu müssen. Und da der Gel-Coat weiß war, konnte ich mit Buntstiften auf dem Ausdruck der Fotos von der Anprobe der Teile malen.

Parallel dazu machte ich mich an die Auswahl des Lacks. Immerhin gab es eine Menge zu berücksichtigen. Fast alle Teile sollten mehrfärbig lackiert werden, der Tank sogar 3 färbig. Die klassische 2-Schicht System schied damit aus, da dabei der Klarlack auf den nassen Basislack (Farbe) kommt. Wieder half mir die tolle Beratung im Farbengroßmarkt Obermüller. Darauf hin entschied ich mich für 1-Schicht 2K-Lkw-Lack. Dieser ist im jeweiligen Farbton bereits sehr haltbar und hochglänzend und bedarf keines Klarlacks. Bei Kratzern und Abschürfungen kann mit Trockenlack ausgebessert werden. Und wenn's mir doch wichtig ist, kann ich auch später noch mit Klarlack als Schutzlack überlackieren.

Auch die Wahl der Farbtöne war alles andere als einfach. Ich lernte, dass weiß nicht weiß ist und schwarz nicht schwarz, von der Vielzahl an Rottönen ganz zu schweigen. Wieder fand ich im Farbengroßmarkt Obermüller umfangreiche Untersützung von der Beschreibung auch kleinster Unterschiede der Farbtöne bis hin zum Ausleihen von Farbkarten. Ich entschied mich letzten Endes für folgende Farbtöne:
  • Verkehrsweiß (RAL 9016), einen wärmeren Weißton ohne Blaustich
  • Tiefschwarz (RAL 9005), damit schwarz auch im direkten Sonnenlicht schwarz ist
  • Signalrot (RAL 3001), passte von den Farbkarten am besten zum roten Rauleder der Sitzbank

Als ich das Design zu meiner Zufriedenheit angepasst hatte, kam der nächste Schritt. Ich montierte wieder alle Teile ans Motorrad und begann mit dem Abkleben der Linien für die Farbwechsel. Ich entschied mich, zuerst schwarz zu lackieren, da fast alle mehrfarbigen Teile, vor allem aber die großen, schwarz enthielten.

Nun stand dem Lackieren nichts mehr im Wege.

Das neue Design, mit Buntstiften auf den Ausdruck eines Fotos von der Anprobe der Teile gemalt.
Die Farbkarte mit den in Frage kommenden Rottönen auf der Sitzbank.
Meine Entscheidung fiel auf Signalrot, obwohl Feuerrot und Karminrot auch sehr gut gepasst hätten
Alle Teile montiert und die Kanten für die Farbwechsel abgeklebt.
Nun stand dem Lackieren nichts mehr im Wege.


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